Sehnsucht

Immer, immer zu zieht’s mich fort.
Kann nicht bleiben fest an an einem Ort –
denn dort
– packt mich die Schwermut.

Muss losziehen, weit ins Nirgendwo.
Sehnsucht will in die Weite
und dann noch immer weiter fort,
will bis an den Horizont.
Doch, Ankunft ist versagt: die Erde rund.

Lebe erst beim Reisen.
Mein Ziel im Herzen und
dennoch aussichtlos.
Aber keine Wahl: Reisen oder Schmerzen.
Ja, ja, ich zieh schon los.

Sehnsüchtig, süchtig nach dem Weiter.
Erst rasend über Gleise bin ich heiter,
Dahinter und davor – schon vergessen.
Egal: weiter, weiter!

Flucht nach vorn, Flucht bis zum Horizont.
Davor noch in Städte, an die Küste, ans Meer,
in ferne Länder, über Berge, durch Lüfte!
Flucht auf und hinter den Mond.
Immer weiter, Flucht vor dem Tod.

Doch irgendwann muss ich ja heim,
zurück zur Trübsal in mein Kämmerlein,
denn auch dem Suchen muss ein Ende sein.

Ach, könnt ich doch auch dort, am Schreibtisch, allein,
– auf Reisen sein.

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