Wochenende in Wien, 9. März 2012

Freitag, 9. März 2012:


Magi, die Fahrerin Caro und Niklas sind da. Wir laden ein und fahren los nach Wien. Erst wars für mich noch ziemlich ungewohnt in der neuen sozialen Umgebung und ich musste erst zu mir finden. Caro hatte gleich mal Probleme mit dem Losfahren, das Auto ist ein paar Mal abgestorben. Wir fuhren über Deggendorf, Passau und Linz über die Autobahn in die österreichische Hauptstadt. Zwischendurch machten wir immer wieder Pausen – vor allem zum Rauchen. In Österreich diskutierten wir auf der Fahrt erst unsere beruflichen Zukunftsträume (Caro wird Safetycar-Fahrerin, ich erfinde eine Zeitmaschine, Magi wird nach ihrem Kunstgeschichte-Studium Taxi-Fahrerin und Niklas übernimmt die Weltherrschaft in den vereinten Nationen). Dann driften wir Richtung Theologie und Philosophie ab und diskutieren über den Widerstreit von Religion und Neurowissenschaften oder irgendwie sowas (Anlass war wohl der heilige Pölten); danach spielen wir sowas wie „keine englischen Wörter hernehmen“. Irgendwie kommen wir schließlich in Wien an – eine Häuser- und Straßenkulisse, die in ihrer Größe eher Berlin ähnelt. Übernachten werden wir in Magis Wohnung im 2. Bezirk nahe der U-Bahn-Station Praterstern, wo sie zusammen mit Jo, dem Künstler, wohnt. Es ist schon nach Mitternacht, bis wir uns dann auf den Weg zu Siffis Geburtsparty machen. Wir fahren per U-Bahn (Jo erzählt von seinen vielzahligen Dates z. B. mit dem Polizeipräsidenten), steigen aber leider vier Stationen zu früh aus. Müssen dann also die komplette Maria-Hilfstraße bis zum Westbahnhof zu Fuß gehen. Ich bin die Schuhe nicht gewohnt und schon tut mir mein linker Fuß weh. Als wir an einer Raben-Attrappe vorbeikommen, rede ich (noch komplett rational und nicht zu meinen Gefühlen mich bekennend) mit Niklas darüber, wie absurd die Situation gerade ist: wir sind auf einmal in einer ganz anderen Großstadt, lassen uns von Jo, der kindlichen Kaiserin, und seiner Mutter Magi herumführen und lassen uns durch Caros herzhaft-schrilles Lachen anstecken. Für uns hat die Geschichte bisher das Flair vom fatalen Anfang eines Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Films – zwei abenteuerlustige und wortgewandte Nichtsnutze erkunden ein fernes Land. Nach langem Fußmarsch sind wir endlich bei Hausnummer 167, wo die Party in der Wohnung der zweiten Gastgebers (Paul) stattfindet. Die ist einfach nur edel, eine richtig höfische Jugendstil-Wohnung mit Holzboden und hohen Decken, innen aber jugendlich-modern mit Ikea-Möbeln und neuer Unterhaltungstechnik ausgestattet. Niklas meint, es wäre wie in einem amerikanischen Film – und genau so war es. Die Party war schon voll im Gange in den verschiedenen Räumen der Party, die Gäste – Luxemburger, Österreicher, Landshuter – waren schon ziemlich angetrunken und es gab fast kein Bier mir. Stefan war hart auf der Suhe für die Nacht. Magi, Jo und ich lassen Niklas und Caro allein (ich versteh die Kuppelei erst gar nicht) und unterhalten uns im Badezimmer mit einem Gmundener. Irgendwann trinken Caro und Niklas vor der Wohnung im dazu ernannten Raucherbereich Sekt aus der Müslischale, während ich Bacardi-Cola aus einer Tasse trinke und mich veratend mich über Stefans Liason auslasse. Jo und Magi, Domi (satt von seinem Döner), ein Max von Pro7 aus München, Siffi (peinlich beschenkt von Niklas und mir) sind auch dabei und wir machen Witze über den Jungen mit dem Topf-Schnitt, an den sich Stefan ranmacht. Niklas trifft auch überraschenderweise zwei Zivi-Kollegen aus Landshut, Arni und Torsten aka Rolli, der auch in Wien nämlich Psychologie studiert. Auf einmal sind auch die zwei Ihl-Zwillinge, bekannt noch aus meiner Kollegstufenzeit, am Start. Wir landen irgendwann im Schlafzimmer im Bett und schauen einem der Zwillinge bei seinem geglückten Annäherungsversuch an eine wohl 17-jährige zu. Es ist schon nach vier, als wir dann uns verabschieden und per Großraumtaxi zu Magis Wohnung zurückfahren. Während der Fahrt war ich ziemlich grantig (ich war müde, angetrunken und mein Fuß tat mir weh) und debattierte Sinnloses über die Absurdität der Sitation, die drohende Gefahr die Maße sprengender Fahrtkosten und meinem Erliegen gegenüber Magis rhetorischen Fähigkeiten. Jo gibt mir den Namen Motzi. Schließlich schlafe ich, unbeliebt wie ich micht gemacht habe, herzhaft lachend über einfach alles, in meinem Schlafsack ein.

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